
Seit dem 1. April 2025 wird die 32-jährige Kübra Güncan aus Karben vermisst. Letztmalig wurde sie an diesem Tag gegen 14.30 Uhr an ihrer Arbeitsstelle in Friedberg gesehen. Die Polizei hat eine Fahndung nach der vermissten Frau eingeleitet und bittet um Mithilfe der Bevölkerung. Kübra hat eine Größe von etwa 155 cm, ist kräftig gebaut und hat schulterlange braune Haare.
Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war sie in einer schwarzen Daunenjacke, schwarzen engen Hosen, die an Leggings erinnern, und weißen Turnschuhen gekleidet. Zudem führte sie eine cremefarbene Umhängetasche mit sich. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich auf die letzten bekannten Aufenthaltsorte von Kübra Güncan, um gesicherte Informationen über ihren Verbleib zu erhalten.
Hinweise erbeten
Die Polizeistation Bad Vilbel ist unter der Telefonnummer 06101/54600 erreichbar für Hinweise zum Aufenthaltsort von Kübra Güncan. Jede andere Polizeidienststelle kann ebenfalls kontaktiert werden. Rückfragen sind darüber hinaus an das Polizeipräsidium Mittelhessen möglich, dessen Führungs- und Lagedienst unter der Telelefonnummer 0641/7006-3381 oder per E-Mail unter ful.ppmh@polizei.hessen.de zu erreichen ist.
Die Suche nach Vermissten in Deutschland wird durch das Bundeskriminalamt (BKA) unterstützt, das 1951 gegründet wurde. Die Vermisstenstelle des BKA hat die Aufgabe, Fahndungen nach vermissten Personen zu koordinieren, die Identifizierung unbekannter Leichen zu übernehmen und in Fällen hilfloser Personen Unterstützung zu leisten. Eine Person gilt in Deutschland als vermisst, wenn sie unerklärlicherweise abwesend ist und eine Gefahr für Leib oder Leben vermutet wird.
Der Kontext der Vermisstenfälle
Gemäß den Richtlinien des BKA wird bei vermissten Minderjährigen grundsätzlich von einer Gefahr ausgegangen. Diese Kinder und Jugendlichen werden in staatliche Obhut genommen, bis eine Rückführung zu ihren Eltern oder Sorgeberechtigten möglich ist. Bei akuter Gefahr können groß angelegte Suchmaßnahmen eingeleitet werden, oft unter Einbeziehung der Bereitschaftspolizei und lokaler Rettungsdienste. Momentan sind im Informationssystem der Polizei (INPOL) über 9.420 Vermisstenfälle registriert, wobei täglich etwa 200 bis 300 neue Fälle erfasst werden.
In der Regel klären sich rund 50 % der Vermisstenfälle innerhalb der ersten Woche, über 80 % innerhalb eines Monats. Der Anteil der länger als ein Jahr vermissten Personen liegt bei etwa 3 %. Besorgniserregend bleibt die hohe Zahl vermisster Kinder und Jugendlicher: Im Jahr 2024 waren etwa 18.100 Kinder als vermisst gemeldet, davon konnten 96,7 % bis Jahresende geklärt werden.
Das BKA befasst sich intensiv mit der Bearbeitung solcher Fälle und führt die Datei „Vermi/Utot“, in der Daten zu vermissten Personen, unbekannten Toten und hilflosen Personen festgehalten werden. Bei Hinweisen auf mögliche Aufenthalte im Ausland wird ebenfalls das BKA zur Mitfahndung eingeschaltet. Die Aufgaben der Polizei sind eng mit der Sicherheit und dem Wohl von vermissten Personen verknüpft.