Bad Nauheim erhöht Hundesteuer: 50 Prozent mehr ab 2026!
Bad Nauheim erhöht ab 2026 die Hundesteuer für Ersthunde um 50%, beschlossen von CDU, Grünen und SPD. Die Auswirkungen im Wetteraukreis.

Bad Nauheim erhöht Hundesteuer: 50 Prozent mehr ab 2026!
Bad Nauheim hat sich entschieden, die Hundesteuer für Ersthunde ab 2026 um 50 Prozent zu erhöhen. Damit steigt der Satz von 60 auf 90 Euro jährlich. Diese Entscheidung wurde mit den Stimmen von CDU, Grünen und SPD getroffen, während FDP und Freie Wähler gegen die Erhöhung stimmten. Die Stadt erwartet durch diese Maßnahme zusätzliche Einnahmen von 45.000 Euro pro Jahr, die zur Konsolidierung des defizitären Haushalts beitragen sollen. Momentan sind bereits 1.675 Hunde in Bad Nauheim gemeldet, und die Hundesteuer stellt eine Möglichkeit dar, die finanziellen Herausforderungen der Kommune zu bewältigen, wie FNP berichtet.
Die Steuer für Zweithunde bleibt bei 180 Euro, während für jeden weiteren Hund 240 Euro anfallen. Besondere Regelungen gibt es für gefährliche Hunde; deren Steuer beträgt weiterhin 960 Euro. Rettungshunde, Diensthunde der Polizei und Blindenhunde sind von diesen Gebühren ausgenommen. Diese Neuerungen haben bereits für Aufregung gesorgt. Insbesondere Matthias Lüder-Weckler von den Freien Wählern und Jochen Ruths von der FDP äußerten Bedenken und forderten niedrigere Sätze.
Steuervergleiche in der Region
Wie steht Bad Nauheim im Vergleich zu anderen Kommunen im Wetteraukreis da? Ein Blick auf die Hundesteuern in der Nachbarschaft zeigt, dass sie durchaus im Mittelfeld liegt:
| Gemeinde | Ersthund (Euro) | Zweithund (Euro) | gefährlicher Hund (Euro) |
|---|---|---|---|
| Bad Nauheim | 90 | 180 | 960 |
| Bad Vilbel | 58 | 87 | 650 |
| Büdingen | 90 | 140 | 700 |
| Butzbach | 60 | 120 | Keine Gebühr |
| Friedberg | 54 | 102 | 960 |
| Karben | 50 | 70 | 500 |
| Nidda | 60 | 84 | 880 |
| Rosbach | 70 | 100 | 800 |
Die Erhöhung der Hundesteuer in Bad Nauheim könnte besonders vulnerable Gruppen, wie alleinstehende Senioren, belasten. Angesichts des allgemeinen Anstiegs der Lebenshaltungskosten könnte es zudem dazu führen, dass sich weniger Menschen ein Haustier leisten. In diesem Kontext wird auch auf die steuerliche Belastung in Deutschland verwiesen. Die Hundesteuer, die ihre Wurzeln bis ins Mittelalter zurückverfolgen kann, ist heute eine Bagatellsteuer, die oft unter einem Prozent der kommunalen Steuereinnahmen ausmacht, wie die Steuerzahler Rheinland-Pfalz anmerkt.
Die Möglichkeit für Kommunen, den Hundesteuersatz selbst zu bestimmen, führt zu einer breiten Spannweite von Steuersätzen. Dies wird besonders bei Betrachtung anderer Bundesländer deutlich. In Rheinland-Pfalz beispielsweise erheben 40 von 50 Kommunen höhere Steuersätze, wenn mehr als ein Hund gehalten wird. Das zeigt die Variabilität und Willkür, die den Hundesteuern zugeschrieben wird.
Insgesamt steht die Stadt Bad Nauheim mit dieser Entscheidung nicht alleine da. Die Diskussion über die Gebührenerhöhung wird weitergehen und zeigt einmal mehr die Herausforderungen auf, vor denen die Kommunen in Deutschland stehen.