Denkmal für die Hanauer Judengasse: Ein Zeichen gegen das Vergessen!
Am 6. November wird in Hanau das Denkmal zur Judengasse eingeweiht. Oberbürgermeister Kaminsky betont die Erinnerungsarbeit.

Denkmal für die Hanauer Judengasse: Ein Zeichen gegen das Vergessen!
Am Donnerstag, dem 6. November, wird in Hanau ein bedeutendes Denkmal eröffnet, welches an die historische Judengasse erinnert. Die Einweihung findet um 17.30 Uhr in der Nordstraße statt und soll nicht nur an die jüdische Vergangenheit der Stadt erinnern, sondern auch ein Zeichen gegen das Vergessen setzen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky wird bei der Veranstaltung die Eröffnungsansprache halten, in der er die Wichtigkeit des Denkmals für lebendige Erinnerung betont.
Das Denkmal symbolisiert die Rückkehr der Spuren der alten Judengasse und der ehemaligen Synagoge, die während der Novemberpogrome 1938 zerstört wurde. Besonders spannend ist, dass die Konzeption und Umsetzung des Denkmals von Philipp Lach, einem Studenten der Brüder Grimm Berufsakademie, geleitet wurde. Dieser präsentiert auch eine 3D-Nachstellung der Judengasse, die die Besucher in eine andere Zeit eintauchen lässt.
Ein Gemeinschaftswerk für die Erinnerung
Travestieren sich mehr als zehn Organisationen für das Projekt zusammen, darunter die Stadt Hanau, die Jüdische Gemeinde, Evonik sowie der Hanauer Geschichtsverein 1844. Diese Kooperation zeigt, wie wichtig das Gedenken an die jüdische Vergangenheit ist und welche Anstrengungen unternommen werden, um die Erinnerung daran lebendig zu halten.
Die Gedenkstätte befindet sich an einem historischen Ort gegenüber der ehemaligen Synagoge. Ein Gedenkstein von 1964, der ein Zitat aus der Bibel trägt – „Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen“ (Jeremia 31,15) – ergänzt die Mahnung, die mit der Einweihung verbunden ist. Diese richtet sich vor allem gegen die Diskriminierung, Verfolgung und Deportation von jüdischen Bürgern, die während der NS-Diktatur in Hanau stattfanden. Über 240 Menschen wurden in dieser Zeit ermordet, was die Wichtigkeit der Gedenkstätte unterstreicht.
Verkehrsbeeinträchtigungen und weitere Gedenkveranstaltungen
Die Feierlichkeiten zur Einweihung werden auch Auswirkungen auf den Verkehr in der Hanauer Innenstadt haben. Die Nordstraße wird am 6. November zwischen Eberhardstraße/Im Schlosshof und dem Kreisverkehr Nordstraße/Freiheitsplatz von 17 bis 18.30 Uhr gesperrt. Für ein weiteres Ökumenisches Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome am Montag, den 10. November, wird um 16.30 Uhr am Mahnmal für die zerstörte Synagoge eingeladen. Die musikalische Gestaltung wird von Schülerinnen und Schülern der Hohen Landesschule übernommen.
Zusätzlich finden weitere Veranstaltungen zur Erinnerungskultur in Hanau statt, wie ein Vortrag über „Die Hanauer Synagoge“ am 5. November und Gedenkveranstaltungen am 10. November, die das Gedenken an die Zerstörung der Steinheimer Synagoge und am Hans-Gruber-Platz in Großauheim thematisieren. Verkehrseinschränkungen sind auch hier zu erwarten, die zwischen 16 und voraussichtlich 19 Uhr in der Nordstraße bestehen werden.
Die Einweihung des Denkmals zur Hanauer Judengasse und die begleitenden Veranstaltungen sind wichtige Schritte, um die Geschichte und das Schicksal der jüdischen Gemeinde in Hanau nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Für alle, die mehr über die Judengeschichte in Deutschland erfahren möchten, bietet sich auch ein Blick auf die historische Frankfurter Judengasse an, die von 1462 bis 1811 als Ghetto diente und zu einem der ersten regulierten jüdischen Wohnviertel in Deutschland gehörte. In dieser geschichtsträchtigen Gasse lebte die größte jüdische Gemeinde Deutschlands während der frühen Neuzeit, bis zahlreiche Zwangsmaßnahmen ihren Alltag stark einschränkten und die Judengasse letztendlich in die Bedeutungslosigkeit abrutschte. Heute sind nur noch wenige Spuren dieser bewegten Geschichte zu erkennen.
Mit solch einer Vielzahl an Veranstaltungen engagiert sich Hanau, um nicht nur die eigene Geschichte lebendig zu halten, sondern auch um zukünftigen Generationen eine klare Botschaft gegen das Vergessen zu übermitteln. Mehr dazu finden Sie in den umfassenden Berichten auf GNZ und Wikipedia.