
Im Werra-Meißner-Kreis sind die Landwirte derzeit noch recht gelassen angesichts der anhaltenden Trockenheit, die seit Anfang Februar herrscht. Laut werra-rundschau.de sind die Grundwasserkörper gut gefüllt, was bedeutet, dass die Pflanzenwurzeln auch in tiefen Bodenschichten noch ausreichend Feuchtigkeit finden können. Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, hebt hervor, dass dennoch ein erhöhter Niederschlag sowie höhere Temperaturen dringend benötigt werden, insbesondere für zwiebel-, zucker- und ackerbaubezogene Pflanzen wie Sommergerste, Zuckerrüben und Ackerbohnen.
Die Kirschblüte im Werratal steht ebenfalls auf der Kippe: Wegen der momentan niedrigen Temperaturen verzögert sich die Blüte. Eberhard Walther, Kirschenexperte, berichtet von ersten Knospen, die sich bei ansteigenden Temperaturen bald öffnen könnten. Kalte Nächte mit Frost könnten jedoch die Pflanzenentwicklung hemmen. Roth äußert seine Zufriedenheit mit der verzögerten Entwicklung, um das Risiko von Maifrösten zu minimieren, die insbesondere für Kirschanbauer existentielle Gefahren darstellen könnten.
Probleme aufgrund der Trockenheit
Die Situation für die Landwirtschaft ist jedoch angespannt. hna.de beschreibt, dass die Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln dringend Niederschlag benötigen. Uwe Roth berichtet von stark reduzierten Erntemengen bei Getreide und Raps, die bereits von Trockenheit in den Vormonaten betroffen waren. An einigen Standorten zeigt der Mais Stresssymptome wie das Rollen der Blätter, während Zuckerrüben schlaffe Blätter aufweisen.
Das Hessische Umweltministerium klassifiziert die Situation als schwierig. Gemäß dem Dürremonitor gibt es sowohl schwere Dürre im Gesamtboden als auch außergewöhnliche Dürre im Oberboden. Hohe Temperaturen erhöhen den Wasserbedarf der Pflanzen und verschärfen die Stresssituation. Die Wiesen leiden zunehmend unter Trockenheit, wobei viele Landwirte wie Torsten Möller angeben, ihre Viehbestände füttern zu müssen, da die Grasernte unzureichend ist.
Folgen des Klimawandels
Der Klimawandel verstärkt diese Probleme, wie landwirtschaft.de feststellt. Extreme Trockenperioden sind häufiger, was zu erheblichen Ernteausfällen führt. Ackerbaubetriebe sehen sich gezwungen, ihre Ernte vorzeitig zu beenden und das Getreide entweder zu Stroh zu pressen oder gehäckselt zu verarbeiten. Dabei bedeutet die hohe Trockenheit auch ein erhöhtes Risiko für Flächenbrände, und lange Trockenperioden führen zu einer beschleunigten Bodenaustrocknung.
Pflanzen reagieren auf Trockenheit, indem sie Stresshormone ausschütten und ihre Spaltöffnungen schließen, was die Photosynthese beeinträchtigt und zu weitergehenden Ernteeinbußen führt. Berichte zeigen, dass verschiedene Böden unterschiedlich Wasser speichern, mit lehmigen Böden, die hier einen Vorteil bieten. Die Landwirtschaft sieht sich einer Herausforderung gegenüber, die durch die Kombination aus Klimawandel und extremer Witterung herbeigeführt wird.
Im Hinblick auf die Zukunft sind Landwirte gefordert, Anpassungsstrategien zu entwickeln. Dazu gehören die Auswahl trockentoleranter Sorten und der Anbau weniger bekannter Kulturarten. Bei allem bleibt die Frage offen, ob und wann die dringend notwendige Niederschlagsmenge für die Kulturen des Werra-Meißner-Kreises ankommen wird.