Offenbach

Girls‘ und Boys‘ Day: Geschlechterrollen brechen und Berufe entdecken!

Am 3. April 2025 wird der 25. Girls‘ und Boys‘ Day in Deutschland gefeiert, eine Initiative, die darauf abzielt, Geschlechterklischees in der Berufswahl zu durchbrechen. Ziel ist es, Mädchen in Männerberufe und Jungen in Frauenberufe schnuppern zu lassen. Der Female-Focus hat das Potenzial, die Zukunft der Berufswelt zu verändern, insbesondere in den MINT-Fächern, wo Frauen traditionell stark unterrepräsentiert sind. Mounia Addou, 19 Jahre, und Ria Müller, 20 Jahre, beide in Ausbildung an der Heinrich-Kleyer-Schule in Frankfurt, dienen als lebendige Beispiele für diesen Wandel. Addou lernt Anlagenmechanikerin für Rohrsystemtechnik, während Müller eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin absolviert.

Klaus Sandrock, der Schulleiter, beschreibt die aktuelle Lage in der Ausbildung: In technischen Berufen herrscht eine hohe Männerquote mit lediglich 1,2 Schülerinnen pro Klasse. Bei den naturwissenschaftlichen Berufen in Hessen wurden im vergangenen Jahr 1.400 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, wobei die Frauenquote bei 11,4 % liegt. Im bundesweiten Durchschnitt beträgt dieser Wert etwas mehr, nämlich 12 % hessenschau.de berichtet.

Fachkräftemangel und Geschlechterrollen

Die Verzerrung in der Berufswahl wird zusätzlich durch den Fachkräftemangel verstärkt. Alle zehn Berufe mit dem größten Mangel an Fachkräften in Deutschland fallen entweder zu den typischen Männer- oder Frauenberufen. Frauen stechen vor allem in MINT-Berufen klar hervor. Nur zwei Prozent der medizinischen Fachangestellten sind männlich. Im Gegensatz dazu stehen die Boys’Day-Angebote häufig in den Feldern Kindertagesstätte, Einzelhandel und Seniorenpflege ZDF berichtet.

Anke Paul von der Regionaldirektion Hessen hebt hervor, dass Geschlechterklischees weiterhin verbreitet sind. Diese stereotype Beeinflussung beginnt bereits in der frühen Erziehung, wo Jungen oft für technische Fächer und Mädchen für soziale oder sprachliche Fächer ermutigt werden. Deutschland strebt für die Zukunft an, bis zum Jahr 2030 mindestens 45 Prozent der Auszubildenden in MINT-Berufen weiblich zu machen, derzeit liegt dieser Anteil bei nur 13 Prozent.

Initiativen zur Chancengleichheit

Zahlreiche Programme und Initiativen fördern die Sichtbarkeit von Frauen in MINT-Wissenschaften. So gibt es etwa die meccanica feminale und die informatica feminale, die sich speziell an Frauen aus technischen und informatischen Bereichen richten, um diese zu ermutigen und weiterzubilden Arbeitsagentur berichtet.

Ein anschauliches Beispiel für den Anstieg weiblicher Fachkräfte in männerdominierten Berufen liefert die Tischlerbranche, die im Jahr 2023 über 220 Tischlerinnen zählte. Auf der anderen Seite gibt es auch in sozialen Berufen, wie der Erzieherausbildung an der Berta-Jourdan-Schule in Frankfurt, einen Anstieg männlicher Absolventen: 200 von insgesamt 600 jungen Menschen sind männlich. David Schmidt, ein angehender Erzieher, betont die Wichtigkeit männlicher Erzieher für die Entwicklung von Kindern.

Insgesamt zeigen der Girls‘ und Boys‘ Day, dass die Bemühungen um eine geschlechtergerechte Berufswahl und die Bekämpfung von Vorurteilen in der Ausbildung weiterhin notwendig sind. Sie erreichen bereits Kinder ab elf Jahren und setzen damit einen wichtigen aufklärenden und motivierenden Impuls für die zukünftige Berufswahl junger Menschen.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
hessenschau.de
Weitere Infos
zdf.de
Mehr dazu
arbeitsagentur.de

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