
Die Verkehrssituation in Weilburg wird in der kommenden Woche erheblich beeinträchtigt. Ab Montag, dem 7. April, bis einschließlich Sonntag, dem 20. April, wird die Landesstraße 3025 (Weilstraße) aufgrund umfassender Straßenbau- und Sanierungsmaßnahmen voll gesperrt. Der Sperrbereich erstreckt sich von Erbstollen bis zur Einmündung nach Guntersau. Dies berichtet Mittelhessen.de.
Um den Verkehrsfluss während der Sperrung aufrechtzuerhalten, wird eine Umleitung über die Bundesstraße 456 und die Landesstraße 3451 durch Edelsberg eingerichtet. Diese Umleitung ist bereits entsprechend ausgeschildert. Die betroffene Buslinie LM-52 wird zudem nach einem speziellen Baustellenfahrplan betrieben. Der Umleitungsverkehr wird weiträumig nach Kirschhofen geführt, was bedeutet, dass die Haltestelle Weilburg „Erbstollen“ von LM-52 nicht bedient werden kann. Fahrgäste werden gebeten, sich über die Änderungen im Fahrplan zu informieren. Alternativ kann die Buslinie LM-61 ab Odersbach „Ortsmitte“ genutzt werden.
Langfristige Verkehrseinschränkungen
Die Situation in Weilburg ist nicht isoliert. Auch in anderen Teilen Deutschlands erwartet man aufgrund von Sanierungsarbeiten mit Verkehrsbehinderungen. So wird beispielsweise die Plathnerstraße ab dem 15. April 2024 bis voraussichtlich Ende Mai 2026 wegen Sanierungsarbeiten an der dortigen Eisenbahnbrücke voll gesperrt. Diese Umleitungen betreffen die Buslinien 128 und 134, deren Haltestellen teils entfallen oder verlegt werden müssen. Reisende müssen daher mit zusätzlichen Umwegen und Fahrplanänderungen rechnen. Informationen hierzu können auf der Website von uestra.de nachgelesen werden.
Diese Herausforderungen sind Teil eines größeren Problems in der deutschen Verkehrsinfrastruktur. Laut dem Deutschen Institut für Urbanistik besteht ein erheblicher Investitionsrückstand, insbesondere im Bereich der Straßen- und Verkehrsinfrastruktur. Im Kommunalpanel 2018 wurde ein Investitionsstau von 39 Milliarden Euro im Verkehrsbereich ermittelt, während 45 % der Kommunen einen weiteren Anstieg des Investitionsstaus in den nächsten fünf Jahren erwarten. Die unzureichende Finanzkraft vieler Kommunen erschwert die Lösung dieser Probleme.
Finanzierung der Infrastruktur
Die deutsche Bauindustrie fordert mehr Klarheit und Unterstützung in den Finanzierungsfragen zu kommunalen Verkehrswegen, um die prekäre Situation zu verbessern. Der Appell an die Länder, zusätzliche Umsatzsteueraufkommen von 1,3 Milliarden Euro für Investitionen in die kommunale Infrastruktur zweckzubinden, könnte einen ersten Schritt in die richtige Richtung darstellen. Dies wird in den laufenden Verhandlungen zur Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen immer wieder thematisiert, gerade auch im Hinblick auf die Zukunft des GVFG-Bundesprogramms, das eine Verdopplung der Finanzausstattung vorsieht.
Die teils chaotische Verkehrslage, die durch Straßenbau- und Sanierungsmaßnahmen hervorgerufen wird, verdeutlicht die Dringlichkeit von Investitionen in die Infrastruktur. Für die betroffenen Anwohner und Reisenden bleibt zu hoffen, dass die Umleitungsmaßnahmen reibungslos umgesetzt werden und die Bauarbeiten zügig abgeschlossen werden können.