
Das Kloster Frauenberg, majestätisch auf einem Hügel über Fulda gelegen, ist ein bedeutendes Wahrzeichen für die Stadt und ihre Geschichte. Die barocke Kirche, die sichtbar von weitem ist, wird heute aktiv vom Franziskanerorden und der Bürgerstiftung antonius : gemeinsam Mensch genutzt. Dieser historische Ort ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern thematisiert auch die Inklusion, indem er Angebote für Menschen mit Behinderungen und Benachteiligungen bereitstellt.
Das Kloster spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte von Fulda, wo der heilige Bonifatius, ein Schlüsselprotagonist in der Christianisierung Deutschlands, oft Zuflucht fand. Er lebte von 672 bis 754 und suchte regelmäßig für Gebete Ruhe auf einem nahegelegenen Berg. Nach seinem Tod wurde ihm zu Ehren eine kleine Kapelle errichtet. Um 800 folgte eine Kirche und ein Kloster, die vom Abt Ratgar erbaut und 809 der Mutter Gottes geweiht wurden.
Die Geschichte der Franziskaner in Fulda
Die Franziskaner kamen 1237 nach Fulda, elf Jahre nach dem Tod des heiligen Franziskus von Assisi. Sie errichteten 1246 in der Stadt eine Kirche und ein Kloster und lebten dort über 300 Jahre, bis sie im Zuge der Reformation um 1550 Fulda verlassen mussten. Die Rückkehr der Franziskaner in die Stadt, angeordnet von Fürstabt der Benediktinerabtei Fulda, erlebte während des Dreißigjährigen Krieges in 1620 ihre Wiederbelebung.
Das Kloster Frauenberg und seine Umgebung sind somit auch tief mit der Geschichte des Klosters verbunden. Bis ins 13. Jahrhundert trug der Berg noch den Namen „Bischofsberg“, bevor er den Namen „Berg Unserer Lieben Frau“ erhielt, im Volksmund als „Frauenberg“ bekannt.
Besucherinformation
Das Kloster Frauenberg ist ein beliebter Ort für Führungen, die jeden Samstag um 15.30 Uhr beginnen. Der Treffpunkt befindet sich am Eingang der Klosterkirche. Der Eintrittspreis ist für Erwachsene auf 9,00 € festgesetzt, während Schüler, Studenten und Schwerbehinderte den ermäßigten Preis von 7,00 € zahlen.
In der breiteren Perspektive der Klosterforschung wird auch die Rolle der Franziskaner und anderer längst vergessener Orden zunehmend beleuchtet. Im Buch „Other Monasticisms“ von Sheila Bonde und Clarke Maines werden weniger bekannte religiöse Gemeinschaften und deren Einfluss auf die Klosterreformen des Hochmittelalters untersucht. Hier wird der Wunsch nach mehr Diversität und Anerkennung in der Klosterforschung deutlich, was auch die Perspektive der Franziskaner und deren Bedeutung für die Region sowie die breite Klostergeschichte von Fulda erhellt.